"Arpeggios" - Definition unklar

Dieses Thema im Forum "Tipps für Anfänger" wurde erstellt von DeusVult, 9. Januar 2017.

Schlagworte:
  1. DeusVult

    DeusVult New Member

    Bassix:
    ß243
    Hallo liebe Bassgemeinde,
    als Wiedereinsteiger beschäftige ich mich zurzeit mit "Walking Bass". Dazu verwende ich Eddi Andreas "Garantiert Walking Bass Lernen" , welches sicher einigen ein Begriff ist.
    Aktuell bin ich bei "Arpeggios" angelangt.

    Der Autor beschreibt: "Das Auffächern (oder Aufbrechen) eines Akkords ergibt ein Arpeggio."

    Wikipedia: "Arpeggio (Pl.: Arpeggien) ist der musikalische Fachbegriff für einen Akkord, bei dem die einzelnen Töne nicht gleichzeitig, sondern nacheinander (in kurzen Abständen) erklingen. Man spricht auch von einem gebrochenen, oder aufgelösten Akkord."

    Nun verstehe ich die Definition "Auffächern" vom Autor nicht und eine genauere Erklärung folgt nicht.
    Und laut Wikipedia spiele ich ja schon von Anfang die Töne meiner Akkorde nacheinander. Demnach müsste ja schon selbst das nacheinander spielen von Grundton - Terz - Quinte ein Arpreggio (Arpreggios? Arpeggien?) sein.

    Interessant ist aber, dass ich die Akkorde nun mal rauf, dann wieder runter spiele. Im stetigen Wechsel.
    Aber ist DAMIT das "Auffächern" gemeint?

    An nächster Stelle schreibt der Autor: "Wenn wir aufwärts und abwärts gespielte Arpeggios geschickt miteinander kombinieren, können wir eine Walking Bass-Linie erstelle, die schon den Namen "Linie" verdient hat, d.h. dass es keine großen Intervall-Sprünge bei den Akkordwechseln gibt und dass wir bewusst mal auf- und mal abwärts "walken". Dies ist eine treffende Definition für das klassische Verständis einer Walking Bass-Linie."

    Ist der Punkt große Intervall-Sprünge zu vermeiden wichtig und maßgebend für die Definition "Arpeggios" ??
    Was genau an dem ganzen Konzept beschreibt denn nun diese Arpeggios?
    Das Rauf und runter walken?
    Das Vermeiden von Intervall-Sprüngen?
    Das bloße nacheinander Spielen von Akkordtönen?
     
  2. Danilo

    Danilo UnProf. Falschspieler

    Bassix:
    ß7.139
    Also kurz gefasst ist das ganze Geheimnis hinter Arpeggio Folgendes: Die Töne nacheinander spielen und nicht gleichzeitig.
    Das Wort "Auffächern" soll es denke ich nur etwas verbildlichen, dass der Akkord breiter, weil ausgebreitet gespielt wird und nicht alle Töne auf einen Punkt.
    Und ja, Grundton - Terz - Quinte nacheinander spielen ist schon ein Arpeggio. Und wenn du sie umgekehrt spielst, dann auch. Du kannst ein Arpeggio aufwärts und abwärts spielen.
    Das mit dem Intervall-Sprüngen vermeiden bezieht sich auf die Bass-Linie. Stell dir vor du malst die Noten die du spielst auf. Wenn sie immer ungefähr beieinander liegen, dann siehst du eine Linie. Wenn du dazwischen aber große Sprünge hast ist die Linie etwas unterbrochen. Sowohl vom Optischen her, als auch vom Klanglichen her, wenn du das spielst. Muss aber nicht falsch sein. Wie immer in der Musiktheorie gibt es Regeln, die man aber auch mal brechen darf.
    Hoffe das war hilfreich, ansonsten immer her mit den Fragen.
     
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  3. mike_bass

    mike_bass Member

    Bassix:
    ß975
    Ganz praktisch angewandt:

    ein vorschlag für das Cmaj7 Arpeggio:

    ASaite 3 Bund: C
    DSaite 2 Bund: E 5Bund: G
    GSaite 4 Bund: H und auf den 5 Bund: C

    das hintereinander gespielt oder aufgefächert wär eine Akkordzerlegung des besagten Cmaj7 -> Arpeggio.
     
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  4. Ray Mahogany

    Ray Mahogany Resilienter Patient

    Bassix:
    ß149.135
    ;-)
     
  5. 4low

    4low Über-Bayudankse

    Bassix:
    ß84.190
    Noch einfacher: bei einem Akkord spielst Du die zum Akkord gehörigen Töne gleichzeitig - beim Arpeggio spielst Du sie nacheinander!
    ... einfach akzeptieren und nicht weiter drüber nachdenken...!
     
  6. DeusVult

    DeusVult New Member

    Bassix:
    ß243
    Danke euch. :-)
    Ist das "NACHEINANDER" auch wörtlich zu nehmen?
    Z.b. Ich spiele meine Akkordtöne wie folgt: 1 - 5 - 1 - 8 - 7 - 5 - 3 - 1
    (sprich eben nicht straight nach 1 - 3 - 5 - 7 - 8 Muster wie im Cmaj7 Beispiel)
    Spiele ich dann nach Definition her noch Arpeggios ?
    Und wenn ich Lust habe Akkordfremde Töne mit einzubauen?
    Ich möchte das alles ganz genau im Detail wissen und nicht irgendwann ggf. Halbwissen weitergeben,deshalb wende ich mich ja an euch. :-)
     
  7. 4low

    4low Über-Bayudankse

    Bassix:
    ß84.190
    Ja - so wie jede Umkehrung eines Akkords immer noch der selbe Akkord ist, so können die als Arpeggio gespielten Akkordtöne auch in jeder beliebigen Reihenfolge gespielt werden.
    Du kannst natürlich jederzeit nach Belieben z.B. weitere Akkordtöne oder chromatische Annäherungen einbauen - nur ist es dann halt kein reines Arpeggio mehr...
    Sieh das nicht so verbissen: das Arpeggio ist einerseits praktisch, weil man es gut üben und dann jederzeit abrufen kann (und dabei auch sicher die Akkordtöne und ihre Funktion lernst)... andererseits setzt man es halt auch als Stilmittel ein, v.a. im Solo... es gibt aber auch einige sehr eingängliche Rock-Riffs - v.a. bei Eierschneidern, so in der Bon Jovi / Guns and Roses Rille - die auf Arpeggien aufgebaut sind.
    Ein gutes Beispiel ist mir heute aufgefallen bei Steve Bailey:

    ...schau mal, ob Du es findest... ich glaub irgendwo in der Mitte, sein zweites Solo...
     
  8. DeusVult

    DeusVult New Member

    Bassix:
    ß243
    Ok gut, dankeschön.

    Bei fuchsteufelwilden Gefuchtel (und das gleich im Duet) bin ich nicht in der Lage rauszuhören wann einer der Herren speziell Arpeggien verwendet. Mal davon abgesehen, dass ich jetzt davon ausgehe, dass die Akkordtöne in jedweder Anordnung gespielt werden können. Mein Fazit: Könnte alles Arpeggio sein, was die Herren da vor sich hinfuchteln oder gar nichts. Mit dem bloßen raushören habe ichs nämlich nicht so. :ugly: Zumindest kann ich es (noch) nicht.
     
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